Erstes Wachstum


 




Mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wurde in Schleißheim ein Lazarett eingerichtet, wodurch die Gemeindegliederzahl wuchs. Auch Armeeeinheiten wurden nach Schleißheim verlegt. Am Karfreitag 1915 nahmen 120 Männer und 25 Frauen am Heiligen Abendmahl teil. Am Palmsonntag dieses Jahres wurden 7 Kinder konfirmiert. Nach Kriegsende, 1918 wurde das Remontedepot (Ergänzungsstelle für Militärpferde) Schleißheim aufgehoben. Dadurch zogen viele Gemeindeglieder weg.

Ab dem 15.10.1921 wurde die Gemeinde dann vom zweiten Hilfsgeistlichen der Erlöserkirche München mitversorgt, der neben Freimann und Milbertshofen auch als Reiseprediger für Dachau und Schleißheim zuständig war. Die Gemeinde wuchs durch die Zuwanderung Oberschlesischer und Pfälzer Familien in den Jahren 1922 und 1923 erneut. Vielleicht ist es kein Wunder, dass die zuständigen Seelsorger immer wieder über den mangelnden Zusammenhalt klagten. Die vielen Veränderungen, denen die Gemeinde durch die unterschiedlichsten Gruppen, die für kürzere oder längere Zeit zu ihr gehörten, machen das verständlich.

Am 01. Januar 1931 wurde die Kirchengemeinde dann dem exponierten Vikariat Moosach der Christuskirche München zugeteilt. Sie umfasste damals 200 Gemeindeglieder. In den Jahren 1935 und 1936 bekämpfte der damalige Vikar Keller die Weltanschauung des Nationalsozialismus scharf, was zu großer Erregung und Auseinandersetzungen innerhalb der Kirchengemeinde führte und die Gemeinde in verschiedene Lager spaltete. Unter seinem Nachfolger Vikar Düll fanden diese Auseinandersetzungen dann wieder ein Ende. Er vertrat seine Überzeugungen verbindlicher – wie es in den Unterlagen heißt - und einte die Gemeinde wieder.

1939 wurde das exponierte Vikariat dann aus der Christuskirche München ausgegliedert und direkt dem Dekanat unterstellt. Auffällig ist, dass in den Berichten der verschiedenen Reiseprediger und Vikare immer wieder über den schlechten Gottesdienstbesuch der Schleißheimer Gemeindeglieder geklagt wurde. Wenn wir jedoch die Zahlen genauer ansehen, dann stellen wir fest, dass damals im Durchschnitt 50% der Gemeindeglieder den Gottesdienst besuchten. Von solchen Zahlen können heutige Kirchengemeinden nur träumen.

Unterschleißheim: Die heutige Kirchengemeinde Unterschleißheim wird zum erstenmal in einem Jahresbericht im Jahr 1931 erwähnt. Da heißt es: „Zu dem Bezirk des Evang.-Luth. Vikariates München-Moosach gehören die politischen Gemeinden Feldmoching (mit Ludwigsfeld), Ober- und Unterschleißheim und Haimhausen. Die nördlichen Gebiete Unterschleißheim und Haimhausen sind nur sehr spärlich mit Evangelischen besiedelt. 1 Schüler aus Haimhausen besucht den Religionsunterricht in Oberschleißheim. Vom nächsten Schuljahr an soll er das Gymnasium in Landshut besuchen. Von Lohhof kam 1 Mädchen zum Religionsunterricht nach Oberschleißheim. Ab 1. Januar wird auch sie fortkommen. Außerdem wohnt nur noch 1 schulpflichtiger Knabe in Haimhausen, der aber krankheitshalber nicht zum Religionsunterricht kommen kann. .... Zum Gemeindeleben ist Folgendes zu berichten: In Haimhausen musste ich mich zunächst auf Besuche beschränken. Teilnahme der Gemeindeglieder am kirchlichen Leben in Schleißheim ist der weiten Entfernung wegen nicht möglich. Von Lohhof aus war die Teilnahme am Gottesdienst in Schleißheim dagegen rege. ... Die evangelische Gemeinde setzt sich großenteils aus besser gestellten Leuten zusammen, so dass die im Vergleich zu anderen Gemeinde geringe Zahl von Armen gut versorgt werden konnte."

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