Unterschleißheim wird Pfarrei


 




Durch die rasante Entwicklung des Unterschleißheimer Gemeindeteiles der Gemeinde Schleißheim lag es schon lange nahe, die beiden Teile Ober- und Unterschleißheim auch wirklich zu trennen und zwei eigene Kirchengemeinden zu bilden. Es sollte jedoch mit den kirchlichen Stellen einen Kampf von vielen Jahren kosten, bis es soweit war. Erst zum 1. Januar 1993 wurde in Unterschleißheim eine eigene evangelische Kirchengemeinde errichtet, zu der nun auch Haimhausen gehörte und zum 1. Mai 1993 eine eigene Pfarrei.

Am 21. Juli 1991 wurde die Pfarrer-zur-Anstellung-Stelle Unterschleißheim-West mit einer Pfarrerin neu besetzt: Pfarrerin Ulrike Schlee. Inzwischen wohnen in Unterschleißheim und Haimhausen 5799 Gemeindeglieder. Immer wieder war die evangelische Kirchengemeinde auch politisch aktiv. Zunächst entstand ein Kreis „bewusster Leben", der sich in vielen Bereichen der Kirchengemeinde engangierte. Dann, ab 1982 brachte sich ein Kreis von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und Gemeindegliedern für die Friedensbewegung und für die Abrüstung ein. Diskussionen, Schweigekreise und andere Veranstaltungen brachten das Thema innerhalb der Gemeinde, aber auch am Ort zur Sprache. Später beteiligte sich die Gemeinde an Aktionen für den Umweltschutz und gegen die Errichtung des Standortübungsplatzes in unmittelbarer Nachbarschaft Unterschleißheims. Der Gemeindeteil Haimhausen wehrte sich gegen eine Mülldeponie in Hörenzhausen, später brachte dann eine Predigtreihe aktuelle Themen zur Sprache: „Ernährung", „Kirche und Wohnen" und „Kirche und Arbeit".

1996 beschäftigte sich die Kirchengemeinde dann am Beispiel einer Roma-Familie mit dem Problem der Abschiebung von Asylbewerbern aus der Bundesrepublik Deutschland und setzte sich für diese Menschen ein, indem sie ein halbes Jahr lang Kirchenasyl gewährte. Außerdem beteiligte sich die Kirchengemeinde an der Kampagne „keine Akzeptanz der Gewalt" in Unterschleißheim. So setzte sich auch die Kirchengemeinde immer wieder mit Fragen der Zeit auseinander.

Seit dem Herbst 1992 hat die Kirchengemeinde auch einen eigenen Kirchenmusiker und Kantor, der nach Peter Spranger jetzt unter anderem die Leitung des Kirchenchores übernahm und bereits viele Konzerte gestaltete: Michael Pfeiffer. Natürlich ist eine so lebendige und wachsende Gemeinde nicht leicht zufrieden zu stellen. Erneut kam 1987 das Thema eines weiteren Gemeindestützpunktes ins Gespräch. Es benötigte viele Verhandlungen und eine lange Planungsphase und das Überwinden vieler Widerstände von Anwohnern, bis es dann endlich so weit war, dass am 4.12.1994 der erste Spatenstich für das Maria-Magdalena-Haus in der Gerhart-Hauptmann-Straße in Unterschleißheim gemacht werden konnte. Immer wieder zogen die Kinder, die ihre Spielwiese behalten wollten das Stromkabel aus dem Netz, um die Lautsprecheranlage außer Betrieb zu setzen und die Anwohner skandierten Protestsprechchöre. Heute sind die Zeiten des Protestes glücklicherweise vorbei und Anwohner und Kirchenbesucher freuen sich über das Maria-Magdalena-Haus, für das am 11. Mai 1995 der Grundstein gelegt und das am 1. Dezember 1996 (1. Advent) durch Dekan Dr. H. Ruhwandl glücklich eingeweiht werden konnte.

Die jetzige Kirchengemeinde Unterschleißheim bekam aber noch weitere neue Mitarbeiter: am 5. Februar 1995 wurde Pfarrer-zur Anstellung Wolfram Nugel in Haimhausen (halbe Stelle) in sein Amt eingeführt. Endlich sind auch die inzwischen 600 evangelischen Gemeindeglieder in Haimhausen zufrieden. Sie haben einen eigenen Pfarrer. Zum 1. Juli 1995 wurde die Stelle für einen Pfarrer-zur-Anstellung in Unterschleißheim-West endlich in eine 2. Pfarrstelle für Unterschleißheim umgewandelt, so dass die Stelleninhaber in Zukunft nicht mehr so schnell wechseln müssen. Dennoch stand erneut ein Abschied und ein Wechsel an: Pfarrerin-zur-Anstellung Ulrike Schlee geht am 31.08.1995 nach der Geburt ihres ersten Kindes in Mutterschaftsurlaub und verlässt die Kirchengemeinde. Am Sonntag, dem 10. März 1996 wird dann ihr Nachfolger Pfarrer-zur-Anstellung Christian Weigl in der Genezareth-Kirche in sein Amt eingeführt. Endlich ist das Hauptamtlichen-Team in Unterschleißheim fürs erste komplett und am 31.10.1999 wird Pfarrer Christian Weigl dann auch die 2. Pfarrstelle Unterschleißheim in einem Gottesdienst durch Prodekan Roderich Diez übertragen.

Im März 1998 stellt Landesbischof Hermann von Loewenich die neuen Rahmenrichtlinien für die Konfirmandenarbeit in Bayern in der Kirchengemeinde Unterschleißheim vor. Er kommt bei diesem Anlass ins Gespräch mit KonfirmandInnen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und lobt die Konfirmandenarbeit in Unterschleißheim. Die Kirchengemeinde hat noch weitere Wünsche und Bedürfnisse. Diesmal geht es um den Bau von Gemeinderäumen in Haimhausen. Die Haimhauser Gemeindeglieder sind schon seit langem mit dem einzigen Gemeinderaum im Keller des Rot-Kreuz-Kindergartens in Haimhausen unzufrieden. Die evangelische Landeskirche ist seit einigen Jahren im Besitz eines Grundstückes an der Dorfstraße, das im Blick auf ein starkes Bevölkerungswachstum in Haimhausen im Zusammenhang mit dem neuen Flughafen gekauft wurde. Dieses Wachstum ist nicht wie erwartet eingetroffen. Im Jahr 2000 hat Haimhausen etwa 600 Gemeindeglieder. Nun wird darum gekämpft, dass dieses Grundstück dennoch in absehbarer Zeit auch bebaut werden kann. Doch das steht noch in der Zukunft. Und wieder verabschiedet sich ein Kollege: am 11. Juni 2000. Pfarrer-zur-Anstellung Wolfram Nugel verlässt die Kirchengemeinde bzw. seinen Pfarrbezirk Haimhausen. Seine Nachfolgerin ab 1. März 2001 wird Pfarrerin-zur-Anstellung Elke Stamm, die am 11. März 2001 in der Schlosskapelle Unterschleißheim in ihr Amt eingeführt wird. Erneut freut sich Haimhausen, weil die zuständige Pfarrerin diesmal auch am Ort wohnt.

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