Weitere Entwicklung


 




„Nachdem die Gemeinde von Oktober bis März verwest wurde durch Pfarrer i.R. Gabriel – Fürstenfeldbruck, zog am 10. März 1971 der neue Pfarrer Hans (Johannes) Herold, bisher Trostberg (1948-71) Dekanat Traunstein hier ins Pfarrhaus (Oberschleißheim) ein. Das Haus war inzwischen soweit umgebaut worden, als aus dem früheren Gemeindesaal im Parterre ein großes Wohnzimmer, eine Küche und eine Garderobe gemacht wurde. Dazu wurde im Haus eine Warmwasserheizung eingebaut." Zu diesem Zeitpunkt leben in Schleißheim etwa 4000 Protestanten. Neue Aufgaben warten auf die Gemeinde. Als Teil der Wachstumsregion München verändert sich die Gemeinde durch die hohe Fluktuation ständig. Vor allem in Lohhof war der Zuzug beachtlich, so dass die Gemeinde Schleißheim immer wieder Anträge an die Landessynode stellte, um einen zweiten Seelsorger für Schleißheim, für den Ortsteil Lohhof zu bekommen. Die Landessynode (die damals für die Errichtung neuer Vikarsstellen zuständig war) war zunächst wenig aufgeschlossen und die Gemeinde musste wieder und wieder drängen.

Am 20. Mai 1970 bekam der Ortsteil Lohhof endlich seinen ersten Seelsorger: Vikar Reinhard Biller wurde in Schleißheim ordiniert und vom Herbst 1971 bis zum Frühjahr 1972 übernahm Vikar Hans-Rüdiger Färber die Amtsaushilfe in Lohhof. 1972 entschloss sich der Kirchenvorstand eine zweite Pfarrstelle für Unterschleißheim zu beantragen. Am 1. Dezember 1972 wurde Pfarrer Herbert Lange diese Aufgabe – zuerst als Amtsaushilfe, ab 6. November 1977 dann fest – zugeteilt. Im Sonntagsblatt vom Juni 1976 steht: „... Ein anderer Typ ist Herbert Lange (30), der in der Ladenkirche (Lilienstraße) von Unterschleißheim bei München leger gekleidet, mit offenem Hemd ohne Krawatte beim Gemeindetreff sitzt und nicht von den übrigen Besuchern des Abends zu unterscheiden ist." Zur Zeit seines Amtsantrittes wächst der Gemeindeteil Lohhof- Unterschleißheim um ca. 40 evangelische Gemeindeglieder monatlich, die Gemeindegliederzahl beträgt 1575 Seelen. An gemeindlichen Räumen gibt es lediglich den Raum unter der Kirche, der sehr feucht und kalt ist und auch im Sommer beheizt werden muss. So wird im Herbst 1972 ein leerstehender Laden in der Lilienstraße für die Gemeindearbeit als Übergangslösung gekauft.

Am 24. September 1978 konnte dann endlich das evangelische Gemeindezentrum an der Alleestraße– heute Genezareth-Haus –, erbaut durch Architekt Theodor Henzler durch Oberkirchenrat Theodor Glaser eingeweiht werden. Endlich hatte der Unterschleißheimer Gemeindeteil schöne und vielseitig verwendbare Räume.
Am Turm wurde 1979 das Relief "Das Auge" (die Erschaffung Adam und Evas im Auge Gottes), Bildhauer Karl Jakob Schwalbach angebracht.
Am 1. März 1981 verabschiedete sich dann Pfarrer Lange von Unterschleißheim. Fast ein Jahr musste die Gemeinde dann auf einen neuen „Hausherrn" für das Gemeindehaus und die Genezareth-Kirche in Unterschleißheim warten, wie der Presse zu entnehmen ist. Wieder besetzt wurde die Stelle dann mit einer Frau: Pfarrerin Karin Kittlaus. Doch noch ein weiterer Abschied stand ins Haus, Pfarrer Johannes Herold verabschiedete sich am 1. August 1982 von der Kirchengemeinde Schleißheim und ging in Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Hartmut Wolf, der seither für Oberschleißheim zuständig ist.

Die Gemeinde wuchs weiterhin stark, Anfang 1984 betrug die Gemeindegliederzahl in Unterschleißheim 3600 in Haimhausen 400 Mitglieder. Aber immer noch hatte Unterschleißheim zu wenig Mitarbeiter um der Entwicklung mit den stark steigenden Gemeindegliederzahlen gerecht werden zu können. Zum 1. Februar 1985 konnte dann zum ersten Mal die neue Pfarrer-zur-Anstellung-Stelle mit dem Pfarrersehepaar Susanne und Hans-Joachim Scharrer besetzt werden, die sich die Stelle nach dem neuen Erprobungsgesetz teilen konnten. Jetzt wurde Unterschleißheim aufgeteilt in den Pfarrbezirk Lohhof-Haimhausen und Unterschleißheim-West. Zum erstenmal wurde Haimhausen jetzt von Unterschleißheim aus mitversorgt, bis dahin gehörte es zum Pfarrbezirk Oberschleißheim.

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