Zweites Wachstum


 




Seit 1948 gehört die Gemeinde Schleißheim zur Pfarrei München-Moosach unter Pfarrer Georg Mayer und 1951 wird dann endlich ein exponiertes Vikariat Schleißheim eingerichtet, das bereits das Gebiet der politischen Gemeinde Ober-, Unterschleißheim und Haimhausen umfasst. Der erste eigene Seelsorger der Gemeinde war Vikar Hermann Ebert, danach Pfarrer Dr. Dr. Werner Schilling.

Ab 1. August 1952 wurde diese Stelle Vikar Hans Penßel übertragen. 1962 wird dieses Vikariat dann in eine Pfarrei umgewandelt, deren erster Pfarrer ebenfalls Hans Penßel wurde. Von ihm heißt es in der Chronik: „... der nach einer kurzen Übergangswohnung bei Prinz Biron von Curland in Mittenheim ebenfalls bis Ende 1956 das 12 m² große Zimmer in der Mittenheimerstraße 220 b bewohnte." Erst 1956 konnte er in das neuerrichtet Pfarrhaus in Oberschleißheim einziehen. Solche Wohnbedingungen über so lange Zeit sind uns heute kaum noch vorstellbar. Pfarrer Hans Penßel leitete die Gemeinde Schleißheim bis zum 31.10.1970.

Die Gemeindegliederzahlen wachsen in dieser Zeit nun deutlich: 1939 umfasste die Gemeinde noch etwa 200 Gemeindeglieder, 1950 sind es bereits etwas über 750, 1952 sind es 1258 Gemeindeglieder, 1964 über 3000 und 1970 über 3500 Gemeindeglieder. Vor allem in Lohhof wird jetzt sehr viel gebaut.

Nach der Zerstörung des Betsaales im Alten Schloss gegen Ende des zweiten Weltkrieges hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste zunächst in der Schule in Schleißheim ab. Ende 1949 wurde ihr dann ein Raum im neuen Schloss als Betsaal zur Verfügung gestellt. In Unterschleißheim fanden die Gottesdienste seit 1956 im Sommer in der katholischen Kirche (alte St. Ulrichs-Kirche) und im Winter zunächst in der damaligen Schule gegenüber der Kirche St. Korbinian statt. In Haimhausen stellte Herr von Haniel 1950 die Schlosskapelle für Gottesdienste zur Verfügung.

1954 erneuerte sich der Evangelische Verein und unternahm große Anstrengungen um zwei Kirchen und ein Gemeindehaus in Schleißheim bauen zu können. Trotz der noch verhältnismäßig geringen Gemeindegliederzahl gelang es dem Verein, die Gelder für Inneneinrichtung dieser Gebäude in kurzer Zeit aufzubringen. Er kassierte dafür wöchentliche 50 Pfennig pro Mitglied. Herr Kurt Wachholz erzählte, dass er jede Woche in Unterschleißheim unterwegs war um diesen Beitrag einzusammeln.

Grundsteinlegung am 24. September 1961

Am 24. September 1961 um 15.00 Uhr fand die Grundsteinlegung für die Genezareth-Kirche in Lohhof statt, die nach den Plänen des Leiters des Kirchenbauamtes München, Architekt Wilhelm Becker errichtet wurde. Am 1. Advent 1962 um 15.00 Uhr wurde die Genezareth-Kirche dann durch Kreisdekan Hans Schmidt und Dekan D. Theodor Heckel eingeweiht. Und am 24. April 1966 wurde die Orgel (21 Register auf kleinstem Raum) der Lohhofer Kirche durch Dekan Lanzenstiel eingeweiht. Diese Orgel, die bis heute die Gottesdienste unserer Kirchengemeinde begleitet, wurde von der Firma Rieger erbaut und stand – bevor sie nach Unterschleißheim kam - etwa 10 Jahre in der Christuskirche in München. Bei der Orgelweihe sang der inzwischen gegründete Kirchenchor unter der Leitung von Kantor Kurz. Interessant ist, dass bereits 1966 geplant war, in Unterschleißheim ein Grundstück für einen Gemeindestützpunkt in der Nähe der künftigen S-Bahn-Haltestelle zu erwerben. Auch der Kauf eines Grundstückes in Haimhausen wurde damals bereits der Gesamtkirchenverwaltung vorgeschlagen. Beide Pläne konnten dann erst viel später, in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verwirklicht werden. Da die Gemeindegliederzahlen immer mehr wuchsen, wurden schließ-lich eine ganze Reihe von Diakonen in die Gemeinde Schleißheim entsandt: Zunächst waren sie nur teilweise für Schleißheim zuständig und ihre Aufgabe war die Jugendarbeit.

1955 übernahm Diakon Hans Grießbach die Leitung der Jugendgruppe,1957 Diakon Gaulrapp, 1960 Diakon Riedmann. Im April1964 übernahm dann Diakon Siegfried Gregor als erster die Stelle des Gemeindediakons in Schleißheim. Vom 9.9.1978 bis 31.8.1982 war Diakon Gerhard Kohl Stelleninhaber, jetzt zuständig für die Altenarbeit in der Gemeinde Schleißheim. Sein Nachfolger wurde Diakon Hasso Tepp, der vom 1.9.1982 bis 17.11.1985 in Schleißheim tätig war. Danach erhielt Diakon Johannes Hofmann die Stelle, der vom 1.9.1985 bis 31.8.1989 immer noch in erster Linie für die Altenarbeit zuständig war. Das zweite Standbein seiner Dienstaufgaben wurde aber schon bald die Jugendarbeit in Oberschleißheim. Am 1.9.1989 kam Diakon Thorsten Zilcher nach Schleißheim, der aber nur bis Ende 1990 hier tätig war. Schließlich wurde Diakon Christian Achberger der nächste Stelleninhaber, der vom 20.11.91 bis 1.05.1999 jetzt wieder so gut wie ausschließlich für die Jugendarbeit zuständig war. Zu seiner Zeit wurde die Kirchengemeinde Unterschleißheim selbstständig, seine Stelle auf beide Kirchengemeinden aufgeteilt. Die evangelische Jugend Schleißheim blieb jedoch als eine Einheit innerhalb zweier Kirchengemeinden bestehen. Diakon Torben Schultes arbeitete ebenfalls als Gemeindediakon mit Schwerpunkt Jugendarbeit vom 1.10.2000 bis zum 30.06.2001 in Ober- und Unterschleißheim.

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