Weltgebetstag

Der Weltgebetstag gilt als die größte ökumenische Bewegung weltweit und wird in Deutschland seit über 70 Jahren gefeiert. Auch in Unterschleißheim hat der Weltgebetstagsgottesdienst eine jahrzehntelange Tradition: Seit gut 30 Jahre bereiten die Teams der drei christlichen Kirchengemeinden den Gottesdienst zum Weltgebetstag vor, der in diesem Jahr in der Kirche St. Korbinian stattfand.

Gott verheißt: Ich werde Euch Zukunft und Hoffnung geben!

Aktueller hätte der ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag, den das Weltgebetstag-Team bestehend aus Frauen aus den Kirchengemeinden Unterschleißheims am Freitag 04.03. in der Genezareth-Kirche veranstalteten, nicht sein können! Unter dem Titel „Zukunftsplan Hoffnung“, basierend auf einem Bibeltext des Buchs Jeremia, vermittelten die Frauen Zuversicht, dass Gott das Schicksal der Menschen zum Guten wendet. Frauen aus England, Nordirland und Wales hatten die Bibelworte des Alten Testaments für die Agenda 2022 ausgewählt – es mutet fast prophetisch an, dass sie genau diese Worte aus dem 29. Kapitel des Buches Jeremia als Grundlage des diesjährigen Weltgebetstags aussuchten. Dem Unterschleißheimer Team gelang es, die aktuelle Weltlage und die Kriegssituation in der Ukraine in die vorgegebene Weltgebetstag-Ordnung nahtlos einzufügen. Passend dazu wurden die ausgewählten Lieder von einem kleinen Gesangsensemble bestehend aus Mitgliedern des Genezareth-Chores, am Klavier begleitet von Frau Schwarz, vorgetragen. So entstand ein in sich runder Gottesdienst, der Hoffnung gab auf Gottes Vorhaben für seine Welt, nämlich „Pläne des Friedens und nicht des Unglücks“.
Zur Sprache kamen authentische Frauenschicksale aus den drei Ländern des Vereinigten Königreichs. Ein Rollenspiel, in dem die Reaktionen des Volkes Israel auf Jeremias Worte verdeutlicht wurden, zeigte auf, wie schwierig es in der Zeit des Wirkens des Propheten war, der Verheißung Gottes zu vertrauen. Angesichts der aktuellen Weltlage, in der es innerhalb kürzester Zeit zu nicht vorstellbaren Eskalationen kommt, können wir diese Zweifel gut nachvollziehen. Und trotzdem wurde Hoffnung vermittelt mit aufscheinendem Licht und mit einem Regenbogen voller guten Wünsche: Im Laufe des Gottesdienstes wurde nacheinander 7 Kerzen auf dem Altar als Hoffnungslichter angezündet. Am Ende des Gottesdienstes wurden nach jeder Fürbitte deren Schlüsselworte geschrieben auf einem Plakat aus farbigem Papier präsentiert. Alle Plakate zusammen bildeten die Farben des Regenbogens ab, dem Hoffnungssymbol schlechthin!
Da immer noch Pandemiebedingungen herrschen, war das traditionellerweise an den Weltgebetstag-Gottesdienst anschließende gemütliche Beisammensein leider nicht möglich. Ein Tütchen mit Scones, einem traditionellen Gebäck der britischen Inseln, als Gruß der Gastländer lieferte zumindest einen kleinen Ersatz. Beim Weltgebetstag 2023, dessen Agenda Frauen aus Taiwan gestalten, kann das Nachtreffen hoffentlich wieder stattfinden.

Heike Köhler; i.A. des Weltgebetstag-Team